Mobilheim nach Brasilien Importieren: Komplettratgeber
Von Matheus Agueda · 18. September 2026
Aktualisiert am: 3. Oktober 2026
Mobilheime für den brasilianischen Markt
Brasilien ist einer der aufregendsten neuen Märkte für europäische Mobilheime. Mit über 6.000 Campingplätzen, einem wachsenden Glamping-Sektor und einem dramatischen Wohnungsmangel in Tourismusregionen (Santa Catarina, Rio Grande do Sul, Bahia) wächst die Nachfrage nach vorgefertigten, transportablen Wohneinheiten rasant.
Das Mercosul-EU-Handelsabkommen, das Brasilien seit dem 1. Mai 2026 anwendet, senkt den Zoll auf die meisten vorgefertigten Gebäude mit EU-Ursprung schrittweise — je nach NCM-Unterposition ab 2026 oder erst ab 2027. Dieser Ratgeber erklärt den gesamten Prozess Schritt für Schritt — von der Zollklassifikation bis zur Lieferung beim Kunden.
NCM-Klassifikation: Der Schlüssel zum Import
Die NCM (Nomenclatura Comum do Mercosul) ist das brasilianische Äquivalent zum HS-Code und bestimmt Zollsätze, Steuern und Importbeschränkungen.
Mobilheime in der NCM
| Beschreibung | Normaler Zollsatz (MFN) | Mercosul-EU (2026) |
|---|---|---|
| Vorgefertigte Gebäude aus Holz | 20 % bzw. 16,2 % (je nach Unterposition) | Kategorie E — von der Präferenz ausgeschlossen |
| Vorgefertigte Gebäude aus Eisen/Stahl | 20 % | Kategorie 10: 12,73 % (2026), 0 % ab 2036 |
| Andere vorgefertigte Gebäude (u. a. Stahlchassis mit Holz-/PVC-Paneelen) | 16,2 % | Kategorie 10: 16,36 % (2026, über MFN), 14,73 % (2027), 0 % ab 2036 |
Wichtig: Mobilheime werden als vorgefertigte Gebäude klassifiziert — nicht als Anhänger bzw. Wohnwagen oder Wohnmobile. Die korrekte Klassifikation als vorgefertigtes Gebäude ist entscheidend, da sie:
- Einen niedrigeren Zollsatz ermöglicht
- Die schrittweise Zollreduktion durch das Mercosul-EU-Abkommen aktiviert
- Die ANVISA-Anforderungen (Gesundheitsbehörde) vermeidet, die für Fahrzeuge gelten
Mercosul-EU: Was sich 2026 ändert
Das Abkommen stuft vorgefertigte Gebäude überwiegend in Kategorie 10 ein: Der Zoll sinkt in 11 gleichen jährlichen Schritten vom Basissatz des Abkommens (nicht vom heutigen MFN-Satz) bis auf 0 % im Jahr 2036. Holzfertighäuser sind als Kategorie E von der Präferenz ausgeschlossen. Für EU-Ware gilt 2026:
Effektiver Zollsatz 2026: 12,73 % für Gebäude aus Eisen/Stahl (statt 20 % MFN; 2028: 10,18 %, 2031: 6,36 %) — für andere vorgefertigte Gebäude liegt der Präferenzsatz mit 16,36 % noch über dem MFN-Satz von 16,2 %, dort gilt 2026 weiter der MFN-Satz.
Bis 2036 sinkt der Präferenzzoll auf 0 %. Für Gebäude aus Eisen/Stahl ist der Vorteil bereits 2026 real, für andere vorgefertigte Gebäude erst ab 2027 (14,73 %) — und er wächst jährlich.
Einfuhr über Green Village
Green Village importiert über ihr brasilianisches Unternehmen (Green Village Mobile Homes Ltda, CNPJ 63.948.245/0001-65) und übernimmt die gesamte Zollabwicklung — der Kunde benötigt keine eigene Importzulassung. Eine Einfuhrzulassung bei der Receita Federal müssen Sie als Käufer nicht beantragen.
Logistik nach Brasilien
Mobilheime haben Maße, die eine sorgfältig geplante Logistik erfordern. Green Village übernimmt die gesamte Logistik und Zollabwicklung von Tür zu Tür — ein genaues schriftliches Angebot pro Route erhalten Sie auf Anfrage.
Steuern und Abgaben beim Import
Die Steuerbelastung beim Import nach Brasilien ist mehrstufig und kumulativ:
| Steuer/Abgabe | Basis | Satz (2026) |
|---|---|---|
| II (Imposto de Importação) | CIF-Wert | MFN 20 % (Eisen/Stahl) bzw. 16,2 % (andere); EU-Ursprung 2026: 12,73 % (Eisen/Stahl) |
| IPI (Imposto sobre Produtos Industrializados) | CIF + II | 0 % (TIPI, vorgefertigte Gebäude) |
| PIS/COFINS-Importação | CIF-Wert (Zollwert) | 11,75 % (PIS 2,1 % + COFINS 9,65 %) |
| ICMS (Landessteuer) | CIF + II + IPI + PIS/COFINS + Zollkosten, „por dentro“ (ICMS in der eigenen Basis) | je nach Bundesstaat, z. B. SC 17 %, SP 18 %, PR 19,5 %, RJ 20 % |
| AFRMM (Frachtzuschlag) | nur beim Transport nach Brasilien | 8 % |
Beispielrechnung: Import eines Mobilheims nach Santa Catarina
| Posten | EUR |
|---|---|
| Zollwert CIF (Einheit, internationaler Transport und Versicherung) | 30.958 |
| II (12,73 %, EU-Präferenz 2026, Eisen/Stahl) | 3.941 |
| IPI (0 % für vorgefertigte Gebäude) | 0 |
| PIS/COFINS (2,1 % + 9,65 % = 11,75 % auf CIF) | 3.638 |
| ICMS (17 % SC, „por dentro“ auf CIF + II + PIS/COFINS) | 7.893 |
| AFRMM (8 % der Fracht) | 8 % der vereinbarten Fracht (auf Anfrage) |
| Lokale Abfertigungskosten | im schriftlichen Angebot bestätigt |
| Importsteuern gesamt (II + IPI + PIS/COFINS + ICMS) | 15.472 |
Steuerlast: rund 50 % des CIF-Werts bei EU-Ursprung (2026). Ohne Präferenz (z. B. britischer Ursprung, II 20 %) steigen die Importsteuern auf rund EUR 18.183 (≈ 59 % des CIF-Werts). Effektiver Aufschlag auf den Einheitspreis, inklusive AFRMM und Zollabwicklung: Ein Mobilheim kostet zollabgefertigt in Brasilien rund das Doppelte seines Preises in Europa. Die Lieferung bis zum Grundstück wird von Green Village organisiert und im schriftlichen Angebot bestätigt.
Die Sätze folgen dem geltenden TEC/Siscomex (Resolução Gecex Nr. 852/2026) und werden bei der Zollfreigabe bestätigt.
Schritt-für-Schritt: Der Importprozess
Phase 1: Vorbereitung
- Mobilheim bei Green Village auswählen — Katalog durchstöbern und Einheit reservieren. Green Village exportiert nach Brasilien ausschließlich neue Einheiten.
- Importformalitäten klären — Green Village importiert über ihr eigenes brasilianisches Unternehmen; eine eigene Importzulassung benötigen Sie als Käufer nicht.
- Zollabwicklung organisieren — durch Green Village; die Kosten sind im Angebot ausgewiesen.
- Budget bestätigen — Gesamtkosten laut Beispielrechnung oben prüfen, inklusive Steuern und Transport.
Phase 2: Kauf und Transport
- Proforma-Rechnung erhalten — Grundlage für die Devisengenehmigung (Contrato de Cambio).
- Devisentransaktion über eine brasilianische Bank.
- Transport organisieren — Mobile Home Logistic, die Logistiksparte von Green Village, koordiniert Abholung und Transport; der Transport ist im Lieferpreis inbegriffen.
- Transportversicherung — der Transport ist zu 100 % des Werts der Einheit versichert, von der Abholung bis zur Aufstellung vor Ort.
- Einfuhrunterlagen — Green Village stellt die für die Einfuhr erforderlichen Unterlagen zusammen.
Phase 3: Zollabwicklung
- Einfuhrerklärung registrieren — durch die von Green Village beauftragte Zollabwicklung.
- Steuern zahlen — II, IPI, PIS/COFINS, ICMS, AFRMM.
- Zollprüfung — Kanalsystem (verde = automatisch, amarelo = Dokumentenprüfung, vermelho = physische Prüfung). 70–80 % der Importe laufen grün.
- Desembaraco (Zollfreigabe) — Einheit wird zum Abholen freigegeben.
Phase 4: Lieferung und Installation
- Lieferung am Zielort — organisiert von Green Village, bis zum Grundstück.
- Aufstellung und Anschluss — Fundament, Wasser, Strom, Abwasser.
- Endabnahme — Prüfung aller Systeme und Dokumentation.
Wichtige Hinweise
Ursprungszeugnis für Mercosul-EU-Präferenz
Um den Präferenzzoll (2026 für Gebäude aus Eisen/Stahl: 12,73 % statt 20 %) zu nutzen, benötigen Sie einen Ursprungsnachweis (Statement on Origin). Bei Mobilheimen britischer Herkunft gilt:
- UK ist NICHT Mitglied der EU — das Mercosul-EU-Abkommen gilt nicht für UK-Waren
- UK-Mobilheime zahlen den vollen MFN-Satz (20 % für Eisen/Stahl, 16,2 % für andere vorgefertigte Gebäude) — es gibt kein Abkommen zwischen dem UK und dem Mercosul, und eine in Großbritannien gebaute Einheit erwirbt durch den Kauf bei einem EU-Händler keinen EU-Ursprung
- Nur Mobilheime mit EU-Ursprung (z. B. niederländische, französische oder italienische Hersteller) profitieren vom Abkommen — bei anderen vorgefertigten Gebäuden erst ab 2027, Holzfertighäuser gar nicht (Kategorie E)
Strategische Empfehlung: Klären Sie vor dem Kauf NCM-Unterposition und Ursprung. Bei Gebäuden aus Eisen/Stahl spart EU-Ursprung 2026 rund 7 Prozentpunkte Zoll (12,73 % statt 20 %) — der Mehraufschlag für UK-Ware ist also spürbar; bei anderen vorgefertigten Gebäuden macht die Präferenz erst ab 2027 einen Unterschied.
Regulierung in Brasilien
- Keine spezifische Mobilheim-Gesetzgebung — vorgefertigte Gebäude fallen unter Bauordnung (Codigo de Obras) der Gemeinde
- Wohnnutzung: Habite-se (Bewohnbarkeitsgenehmigung) der Gemeinde erforderlich
- Campingplatz: Genehmigung des Betreibers und lokale Vorschriften
- Ferienvermietung: Keine bundesweite Regulierung, lokale Regeln variieren
Währungsrisiko
Alle Import-Transaktionen laufen über den brasilianischen Real (BRL). Der EUR/BRL-Kurs schwankt erheblich (Bandbreite 2025–2026: 5,20–6,80). Empfehlung: Wechselkurs im Kaufvertrag fixieren oder Devisen-Termingeschäft (NDF) abschließen.
Fazit
Der Import von Mobilheimen nach Brasilien ist komplex, aber lohnend. Die Nachfrage wächst, das Mercosul-EU-Abkommen senkt die Kosten schrittweise, und der brasilianische Markt für vorgefertigtes Wohnen und Glamping steht erst am Anfang.
Green Village begleitet den gesamten Prozess — von der Auswahl der Einheit in Europa bis zur Lieferung beim Kunden in Brasilien. Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Importangebot oder entdecken Sie den Katalog mit über 1.500 Modellen.